Montag, 16. April 2012

365 Tage Kanada - das Ende der Reise

Nach ein paar sehr lehrreichen Stunden Langlauf am Mount Washington auf Vancouver Island (niemand sonst wollte mit uns den Kurs belegen, deshalb hatten wir einen privaten Skikurs), ging es mit der Faehre von Comox nach Powell River auf das Festland, was  sehr verheissungsvoll "Sunshine Coast" genannt wird. Dort hatten wir das Glueck fuer drei Tage bei Deborah und Martin zu wohnen, die wir in Tofino kennengelernt hatten. Ihr Zuhause war ein idealer Ausgangspunkt, um die Gegend zu erkunden. Powell River ist vor allem wegen der Papierindustrie bekannt aber aufgrund seiner Abgelegenheit (man muss schon zwei Faehren nehmen, um von Vancouver aus hierher zu gelangen), doch recht beschaulich.
Wir hatten Glueck und die Sonnenkueste machte ihrem Namen alle Ehre.
Etwas weiter noerdlich von Powell River endet im kleinen Fischerort "Lund" der Highway 101, der in etwa 15.000 km Entfernung in Chile beginnt (vielleicht schon die ersten Anregungen fuer den naechsten Urlaub?). Nach drei Tagen fuhren wir diesen Highway dann von Powell River weiter nach Sueden bis  Vancouver.


Nach der langen Zeit auf Vancouver Island und an der ruhigen Sunshine Coast empfing uns das doch etwas hektischere Vancouver. Hier uebernachteten wir fuer weitere drei Tage bei Bekannten und nutzten die Gelegenheit, um auf dem Cypress Mountain noch einmal Ski zu fahren und mit den Schneeschuhen durch die noch winterliche Landschaft zu stapfen.
Der Kontrast zwischen Pazifik, den Hochhaeusern Vancouver's und den Kuestenbergen macht die Stadt wirklich einzigartig und absolut sehenswert. Neben Skilaufen stand auch ein Besuch von Granville Island mit seinem wunderschoenen Markt sowie das Vancouver Aquarium auf unserem Programm. 

Nun stellte sich uns die Frage wie wir am besten wieder zurueck nach Saskatchewan zum Redberry Lake Biosphaerenreservat fahren wuerden. Wir entschieden uns fuer die Reise durch die USA um noch ein bisschen Abwechslung in unser Abenteuer zu bringen. Da freut man sich, dass man nun alle kanadischen Provinzen aufzaehlen kann und dann ueberschreitet man die Grenze zu den USA und das Lernen geht von vorne los (und die haben nicht nur 10 Bundesstaaten...). Ganz im Nordwesten befindet sich der Staat Washington, der mit der Olympia Halbinsel auch eine bezaubernde Kuestenlandschaft zu bieten hat. Aehnlich wie in Tofino donnern hier meterhohe Wellen an den Strand und formen Landschaft und Frisur der Besucher.

Die Westkueste ist auch Heimat vieler Vogelarten, wie dem Steller's Jay, der sich hier recht nah vor Thomas' Linse wagte.

Als wir nach einer recht kuehlen Nacht auf einem traumhaften Campingplatz unmittelbar am Pazifik aufwachten, war unser Auto dann nochmal mit Schnee bedeckt und wir staunten nicht schlecht. Von der Olympia Halbinsel ging es weiter nach Sueden (weil wir erstmal genug von Grossstaedten hatten, liessen wir Seattle einfach mal links liegen) in den naechsten Bundesstaat: Oregon.

Hier bummelten wir durch das doch beschaulichere Portland und den beruehmten Buchladen "Powell's City of Books". Dieser Laden nimmt einen ganzen Haeuserblock ein und bietet ueber 1 Mio. neue und gebrauchte Buecher. Ganz in der Naehe von Portland liegt auch der Mount St. Helens, der 1980 durch seinen Vulkanausbruch fuer Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Leider konnten wir uns ausserhalb der Saison keinen Eindruck von den Spuren des Ausbruchs verschaffen.
Etwas genervt vom Dauerregen (die Westkueste der USA zwischen Washington und dem Norden Kaliforniens ist zu dieser Jahreszeit aehnlich nass wie Kanada) mussten wir uns entscheiden: Weiter nach Sueden nach Nevada und Arizona oder langsam und sicher nach Osten durch Idaho und Montana Richtung Saskatchewan. 

Wir beschlossen uns die im Sommer sicherlich sehr sehenswerte Reise durch den Westen der USA fuer spaeter aufzusparen und so ging es von Portland aus am Flussbett des Columbia Rivers weiter nach Osten. Unser Weg fuehrte auch zum Hells Canyon. Diese Schlucht ist zwar tiefer als der Grand Canyon, jedoch weniger spektakulaer. Nach ein paar weiteren Stunden auf einsamen amerikanischen Highways gelangten wir dann nach Idaho, was laut deren Nummernschild fuer seine Kartoffeln bekannt ist. Leider gab es hier wenige touristische Highlights (anscheindend sind die Kartoffeln wirklich das Beste was sie zu bieten haben?), sodass wir schnell ins benachbarte Montana weiter fahren konnten. Hier waren wir dann bereits ganz in der Naehe des beruehmten Yellowstone Nationalparks, doch dieser war aufgrund der Jahreszeit kaum zugaenglich. Die vielen Grizzly-Baeren und Woelfe besuchen wir dann lieber einmal im Sommer.

Etwas ausgehungert von der vielen Fahrerei und dem wenig nahrhaften Fruehstueck billiger Motels, kam uns dann St. Patricks Day gerade recht: Gratis Pommes bei Burger King, garniert mit gruenem Ketchup. Eine Delikatesse!

Mit grossen Schritten naeherten wir uns dann der Grenze zwischen Montana und dem Sueden Saskatchewans. Hier konnten wir in der Naehe des Grasslands Nationalparks (den wir ja bereits im Herbst besucht hatten) eine groessere Herde von Pronghorn Antilopen bestaunen. Nach einer letzten Uebernachtung in Swift Current, schafften wir es am naechsten Tag zurueck nach Hafford in Saskatchewan. Hier endete nun unsere Reise zunaechst und wir werden erstmal wieder sesshaft...

Sonntag, 4. März 2012

Vancouver Island - der westlichste Punkt unseres Abenteuers

Wie wir ja schon erwaehnten, haben wir - nachdem wir Matteo an den Flughafen gebracht hatten - noch weitere drei Wochen auf Vancouver Island verbracht. Unser erster Stop war die "Meile Null" des Trans-Canada-Highways in Victoria. Fuer uns ein besonderer Punkt, denn vor etwa sechs Monaten haben wir an der "Meile Null" am anderen Ende von Kanada - in St. Johns, Neufundland, gestanden. Zwischen diesem und dem westlichen Punkt in Victoria liegen rund 8.000 Kilometer feinster Asphalt, aber vor allem auch unglaublich abwechslungsreiche und beeindruckende Landschaften!

Um uns unseren Aufent-halt auf der sehr teuren Insel finan- zieren und unsere handwerklichen Faehigkeiten testen und verbessern zu koennen, haben wir dieses Mal zunaechst auf einer Farm ausgeholfen. Eine Woche verbrachten wir bei dieser jungen Familie in der Naehe von Victoria. Auf unsere Aufgabenliste standen: Zwei Gewaechshaeuser auf- und abbauen, Enteneier waschen (und essen!) sowie diverses Gemuese ernten und putzen um es auf dem Wochenmarkt verkaufen zu koennen. Das war eine sehr interessante Zeit - und man weiss wieder wieviel man vorher nicht konnte und wusste...

Nach dieser ersten Woche fuhren wir weiter nach Tofino. Hier waren wir ja auch bereits mit Matteo. Aber Tofino ist definitiv einen zweiten und dritten Besuch wert! Der Weg zum Ziel fuehrt ueber eine Passstrasse auf der man durchaus nochmal in winterliche Hoehen geraten kann. Also, Schneeschuhe an und noch ein letztes Mal durch das weisse Zeug stapfen. Denn etwa 100 Kilometer weiter wartet dann in Tofino Sonne und Strand. Verrueckt diese Insel!

Unsere zwei Wochen Pazifik, Berge und Tofino haben wir uns in den Botanischen Gaerten erarbeitet. Hier konnten wir unsere klaeglichen handwerklichen Faehigkeiten noch einmal beweisen. Fuer etwa zwanzig Stunden Arbeit pro Woche bekamen wir ein schoenes Zimmer in der Lodge gestellt. So laesst es sich aushalten! Aber der Inhaber der Gaerten hatte gleich die beruehmte deutsche Genauigkeit und deutsche Ingenieuerskunst entdeckt und uns mit folgenden Aufgaben betraut:

Jeden morgen Seetang fuer die Huehner am hauseigenen Strand holen und abliefern, das Huehnerhaeuschen orange anstreichen, Plastikfolie als kleines Gewaechshaus auf Beeten anbringen, einen Wassergraben ausheben und die Wege in den Gaerten von Blaettern und Zweigen befreien (am naechsten Tag sah es uebrigens wieder genauso aus wie vorher - ganz schoen hinterlistig diese Natur!).

In unsere freien Zeit haben wir meistens dem Pazifik einen Besuch abgestattet: Den Strand entlang laufend, wandernd oder einfach nur Kekse-essend im Auto sitzend um die Wellen zu beobachten. Ein Abstecher ins 40 Kilometer entfernte Ucluelet hatte uns sogar eine grosse Gruppe Seeloewen beschert, die im Hafengebiet auf Nahrungssuche waren.

Morgen werden wir uns von Vancouver Island verabschieden. Vorher wollen wir noch am Mount Washington Skifahren gehen (Langlauf) und dann nehmen wir die Faehre zurueck zum Festland nach Powell River. Nun stehen noch etwa zwei bis drei Wochen Reisen auf unsere Liste. Bis zum naechsten Mal!

Donnerstag, 23. Februar 2012

Besuch aus Deutschland!

Nach fast vier Monaten in Saskatchewan war es mal wieder Zeit zu reisen und uns noch mehr von Kanada anzuschauen. Diesmal wollten wir fuer zwei Wochen gemeinsam mit Matteo auf Entdeckungstour gehen. Nach der sehr spannenden Einreise (Was wohl der kanadische Zoll mit der beschlagnahmten deutschen Wurst gemacht hat?) warteten wir gespannt am Flughafen in Calgary auf unseren Weggefaehrten, um dann in einem Motel auf alte Zeiten anzustossen und die mitgebrachten Snacks in der mitgebrachten Mikrowelle zuzubereiten.
Am naechsten Morgen ging es nach kurzer Stadtbesichtigung von Calgary auf direktem Weg in die Rocky Mountains. Zwar hatten sich alle Baeren schon in den Winterschlaf verabschiedet und die Wanderwege waren unter metertiefem Schnee begraben, dennoch hatten wir eine Menge Spass: Beim Bestaunen von Eisskulpturen in Lake Louise, beim "Schnee-Engeln" auf dem Weg zum Peyto Lake Aussichtspunkt und auf der Fahrt auf dem Icefield Parkway zwischen Banff und Jasper.
  

Von Jasper ging es zurueck nach Lake Louise und dann weiter nach Westen in das Okanagan Valley. Hier nutzten wir die Gelegenheit zum Skifahren und Schlittschuhlaufen auf dem Big White Mountain.
Matteo konnte sich richtig auspowern bei der naechtlichen Abfahrt auf beleuchteten Pisten und Susanne wagte ihre ersten Schritte auf dem Eis - zunaechst mit Gehhilfe.

Das Okanagan Valley ist aber vor allem auch eine der bekanntesten Weinregionen in Kanada.

Weil man ja nie genug ueber Wein lernen kann, nutzten wir am naechsten Tag die Gelegenheit fuer eine private Tour auf dem Weingut "Summerhill" nahe Kelowna. Deren Besonderheit ist eine Beton-Pyramide, in der alle Weine fuer 30 Tage zwischengelagert werden, damit sie die kosmische Energie tanken koennen...- vielleicht auch nur um das Weingut noch bekannter zu machen... 

Von Kelowna ging es dann langsam aber sicher in Richtung Pazifik. Nach einem kurzen Abstecher in den Fraser Canyon und den Geburtsort  von"Rambo" in Hope, waren wir dann recht schnell auch in Vancouver mitten in der Downtown. Die Stadt liegt atemberaubend zwischen Pazifik und schneebedeckten Bergen und wir erkundeten sie ausgiebig zu Fuss und spaeter nochmal bei Nacht mit dem Auto. Am eindrucksvollsten war die riesige Chinatown und der Chinese im Restaurant am Tisch hinter uns, der sich gerade ein paar Huehnerfuesse einverleibte. Wer jetzt noch keinen Hunger hat...

Von Vancouver ist es dann mit der Faehre auch nur einen Katzensprung bis nach Vancouver Island. Auf unserem Weg dorthin konnten wir sogar Delfine beobachten. Waehrend es auf der Ostseite noch regnete, wartete auf der Westseite in Ucluelet und Tofino schoenstes Wetter auf uns. Hier genossen wir Wanderungen durch den Regenwald mit riesigen, bis zu 600 Jahre alten Riesen-Lebensbaeumen (Red Cedars). Man kommt sich hier wirklich sehr klein - und jung - vor!

Entlang der Pazifik-Kueste gibt es mit dem Wild Pacific Trail einen weiteren fantastischen Wanderweg, der immer wieder Blicke auf das Meer und die heranpeitschenden, meterhohen Wellen freigibt.


Warnhinweise zu Beginn der Wanderwege deuten auch auf eine weitere, nur sehr selten zu beobachtende Tierart hin: Der Puma. Wir hatten riesiges Glueck und konnten ihn aus naechster Naehe beobachten und mit der Kamera fuer immer festhalten!

Tofino ist aufgrund der riesigen Wellen Urlaubsziel Nr.1 fuer Surfer. Auch im Winter (der eher ein spaeter Herbst ist) wagen sich viele auf ihre Bretter und lassen sich von den Wellen tragen. Wir schauten uns das Ganze dann doch lieber vom trockenen und warmen Strand aus an. Wir hielten nur kurz die Fuesse ins Wasser, um zu sehen ob der Pazifik genau so erfrischend ist wie der Atlantik.

Und wenn das noch kein Highlight genug gewesen waere, kam dann auch noch unsere Unterkunft dazu. In Tofino genossen wir im Duffin Cove Resort zwei wundervolle Tage in einem kleinen aber sehr feinen Zimmer mit Blick auf den Pazifik. Eigentlich wollten wir nur vor dem Fernseher sitzen und das Superbowl-Spiel (das Finale des amerikanischen Footballs) schauen und dabei Chicken Wings essen. Doch wir waren meisten von der tollen Aussicht abgelenkt und haben kaum etwas vom Spiel mitbekommen.

Die Zeit in Tofino ging leider viel zu schnell vorbei und wir mussten zurueck an die Ostkueste von Vancouver Island. Nach einem kurzen Abstecher bis nach Campbell River und den Strathcona Provincial Park fuhren wir ganz in den Sueden der Insel nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Victoria ist dafuer bekannt "englischer als England" zu sein. Und so dauerte es auch nicht lange bis wir in einem gemuetlichen Pub und in der Sportsbar mit intelligenzreduzierter Bedienung unseren letzten Abend mit Matteo verbrachten :-( 
Wie es fuer uns dann weiterging erfahrt ihr bald hier. Nur um es vorweg zu nehmen: Wir haben noch mehr Zeit auf Vancouver Island verbracht!

Samstag, 31. Dezember 2011

2011 – Was fuer ein Jahr!

Nur noch wenige Stunden trennen uns von 2012 – fuer euch in Deutschland sind es 7 Stunden weniger als fuer uns hier in Kanada. Genug Zeit fuer uns, um noch einen letzten Blogeintrag fuer 2011 zu schreiben und genug Zeit fuer euch ihn zu lesen!
  
Wir haben uns seit unserem letzten Blogeintrag so rein geographisch nicht wirklich vom Fleck bewegt: Wir sind immer noch in der Provinz Saskatchewan, arbeiten im Redberry Lake Biosphaeren Reservat (BR) und wohnen bei Rachel in Hafford. Unser Hauptprojekt, mit dem wir hier im BR beauftragt wurden, war ja die Neugestaltung der Website http://www.redberrylake.ca. Die ist nun seit Mitte Dezember online und wir hoffen ihr habt alle schonmal einen Blick drauf geworfen (P.S.: Dank Google kann man genau nachvollziehen aus welcher Region/Stadt die Zugriffe kommen – wir fuehren Liste, Freunde!). Weitere Projekte stehen bereits an und wir werden fuer eines davon sogar bezahlt! 

Natuerlich haben wir nicht nur gearbeitet in den drei Monaten hier. Wir waren zum Beispiel mit Rachel auf Wildhuehnerjagd, was in Kanada so geht: Zunaechst schleiche man mit geladener Waffe etwa 1,5 Stunden durchs Gebuesch und versucht das gewuenschte Tier aufzustoebern. Wenn man dann keinen Erfolg hat – so wie wir – faehrt man noch ein bisschen mit dem Auto rum. Und da hat man dann meistens Glueck – so wie wir. Unser Huhn (Ruffed Grouse = Kragenhuhn) wurde dann an Ort und Stelle fachgerecht er- und zerlegt und zuhause gleich verspeist. Mehr Details zum Zerlegen sparen wir uns an dieser Stelle. Nur soviel: So haetten wir es nie angestellt, wenn uns einer gefragt haette.

Und da wir schon beim Jagen sind: Unseren Weihnachtsbaum haben wir ebenfalls in der Natur erlegt. Wenn man mit dem richtigen Kanadier unterwegs ist (Andrew), springt dabei nicht nur ein Baum raus (an Oma: es ist eine Weissfichte!), sondern auch ein Picknick mit Lagerfeuer und Bratwurst sowie die noetige Menge Vodka und Gluehwein – lustig wird der Ausflug dann von ganz alleine J 


Und dann stand ja auch bald Weihnachten vor der Tuer! Uns haben die deutschen Traditionen im Dezember, wie Nikolaustag und Weihnachtsmarkt, und vor allem die deutschen Koestlichkeiten echt gefehlt. Keine Lebkuchen, keine Dominosteine, kein Spekulatius, nix! “Adventsstollen” hatten wir am 22. Dezember in einem Supermarkt aufgestoebert und wurden prompt an der Kasse gefragt, was das sei und wie man es ausspricht.
 
Also haben wir unseren Gluehwein selbst gemacht und viele Plaetzchen gebacken, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Thomas’ Lieblingsplaetzchen (Spritzgebaeck) durften natuerlich auch dieses Jahr nicht fehlen. Aus Ermangelung an professionellem Geraet, kam dieses Jahr der Fleischwolf mit Hackfleischaufsatz zum Einsatz. Es war zwar etwas laestig aus den ganzen Teigwuersten wieder Kekse zu formen, aber es hat funktioniert.

Am 24. Dezember waren wir zwei alleine in Rachels Haus und wir hatten einen schoenen ruhigen Abend. Andrew hatte uns ein grosses Stueck glueckliches, kanadisches Reh vorbeigebracht, das wir zusammen mit lokalen Kartoffeln, Rotkohl und Rotwein verdrueckt haben. Zum Nachtisch gabs Amerikanischen Cheesecake, der ueberraschenderweise hauptsaechlich aus Fett und Zucker bestand J. Das schreit nach guten Vorsaetzen fuer das kommende Jahr (noch mehr essen und weniger bewegen).

Und da sind wir ja auch schon beim Thema: Heute ist also nun Silvester – 2011 geht zu Ende. Fuer uns natuerlich ein ganz besonderes Jahr! Wir haben so viel erlebt, dass es uns schon wie eine Ewigkeit vorkommt, als wir in Toronto gelandet sind und unser Abenteuer begann! Da muessen wir heute auf jeden Fall drauf anstossen!

Wir hoffen ihr habt ebenfalls alle einen wunderbaren Abend heute – lasst es ordentlich krachen!

Montag, 7. November 2011

Back In Saskatchewan

Hallo ihr Lieben,
bereits vier Wochen sind nun seit unserem Abstecher durch die Rocky Mountains vergangen. Wir sind wieder zurueck in Saskatchewan, genauer gesagt in Hafford - etwa eine Autostunde (manch Kanadier wuerde die Entfernung auch mit "drei Bier" angeben) nordwestlich von Saskatoon. In Hafford wohnen etwa 400 Menschen, so dass man mit unserem Eintreffen fast von einer Bevoelkerungsexplosion sprechen koennte. Neben einer Bar mit Hotel gibt es ein kleines Lebensmittelgeschaeft (der "oodstore", dessen F im Laufe der Jahre bis zur Unkenntlichkeit verblasst ist), drei Restaurants und ein Cafe.
Es ist alles sehr ueberschaulich und von der Main Street sind es nur wenige Gehminuten bis in die entlegensten Gassen. Alle Strassennamen sind vorbildlich zweisprachig: Englisch und ukrainisch. Ja, richtig gelesen: Jeder Zweite hier hat ukrainische Wurzeln und weiss diese auch zu pflegen.

Die Kueche ist reich an Kalorien: Fast jede Woche hat man Gelegenheit koestliche Perogies, Teigtaschen gefuellt mit einer Kartoffel-Kaese-Mischung, zu probieren und die koerpereigene Isolationsschicht fuer den herannahenden Winter zu verbessern. 

Wir wohnen waehrend unseres Aufenthaltes bei Rachel, die ebenfalls erst vor wenigen Monaten nach Hafford gezogen ist, um im Redberry Lake Biosphaerenreservat zu arbeiten. Der Verwaltungssitz bzw. unser Buero liegt direkt am Redberry Lake, der salzhaltig ist und sogar zu mancher Jahreszeit Pelikane beherbergt!

Wir arbeiten hier 5 Tage in der Woche und bringen die Website auf den neuesten Stand (in ein paar Wochen wird es dann hoffentlich so weit sein), pflegen Kontakte in Facebook, erstellen Praesentationen und vieles mehr. Wir sind also ziemlich gut beschaeftigt und werden wohl auch noch ein paar Wochen hier verbringen. In unserer Freizeit besuchen wir Freunde, fahren ins 65 km entfernte North Battleford zum Grosseinkauf, gehen Wandern und Fotografieren. 
Manches in Saskatchewan bleibt nach Gebrauch einfach schon mal liegen - die Natur kuemmert sich schon darum. Man begegnet alten Autos und verwitternden Scheunen an jeder Ecke. Doch selbst dies strahlt einen besonderen Charme aus.


Gestern gab es das erste Mal Schnee zu bewundern - am 5. November fuer uns Deutsche doch etwas ungewoehnlich. Hier gehoert es zur Normalitaet und jeder stellt sich bereits auf den kommenden Winter ein. Dieser kann verdammt kalt werden: Die historische Tiefsttemperatur liegt in dieser Region bei -46 Grad, von der gefuehlten Temperatur aufgrund des Windchills wollen wir erst gar nicht sprechen...). Noch geht man aber gerne vor die Tuer, um sich eine Schneeballschlacht zu liefern oder mit Rachels Hund "Carson" die besten Pinkelplaetze zu erkunden.


Und wenn wir nicht erfroren sind, dann lest ihr bald mehr von unserer Zeit im Redberry Lake Biosphaerenreservat!

Montag, 10. Oktober 2011

Rocky Mountains – Teil 1

Auf dem Weg von Saskatchewan in die Rocky Mountains legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Dinosaur Provincial Park, in der Provinz Alberta, ein. Hier formten Gletscher, Schmelzwasser und Regen eine bizarre Landschaft aus dem weichen Sandstein. Seinen Namen verdankt der Park aber den versteinerten Skeletten von Dinosaurieren, die hier gefunden wurden – eine der groessten Fundstaetten weltweit!

Fahrintensiv ging es fuer uns von hier aus weiter nach Sueden und Westen in die Rocky Mountains. Die kanadischen Rockies sind praktisch vollstaendig in Nationalparks aufgeteilt: Die drei groessten sind Waterton Lakes, Banff und Jasper, Kleinere sind Yoho, Glacier und Mount Revelstoke National Park. In der Hochsaison sind vor allem die ersten drei mit asiatischen und deutschen Touristen ueberlaufen. Aber auch in der Nebensaison, die gleich nach Labour Day am 5. September beginnt, ist man nirgendwo sicher vor den Busladungen.

Unser erstes Ziel war der Waterton Lakes National Park. Das beruehmte Prince Edward Hotel thront ueber der kleinen Stadt vor einer grandiosen Bergkulisse. Die Lage des Hotels bestimmt natuerlich auch den Preis: Eine Uebernachtung kostet 300 bis 2000 Dollar. Einzigartig in Waterton ist der Uebergang von Prairie zu den dramatisch ansteigenden Bergen der Rockies.

Waehrend der Fahrt auf einem der Parkways hatten wir besonderes Glueck und konnten Mutter Schwarzbaer mit ihren zwei Kleinen beobachten, wie sie die Strasse vor uns ueberquerten. Ein wirklich faszinierendes Erlebnis! Im Park gibt es auch Grizzlys, denen man aber besser nicht begegnen will. Wanderer sind angehalten staendig laut zu sein, in Gruppen zu gehen und Pfefferspray mit sich zu tragen. Wir hatten bei der einen oder anderen Wanderung ein ungutes Gefuehl, aber letztendlich war niemand an uns interessiert. Heisst aber auch, dass wir noch keinen Grizzly gesehen haben!

Wenn man einmal in Waterton ist, empfiehlt sich auch ein kurzer Abstecher nach Montana in die USA in den benachbarten Glacier National Park. Hier konnten wir auf einer Wanderung am Logan Pass neben grandioser Landschaft auch eine Gruppe Bergziegen beobachten. Nach einer Nacht im Ausland, passierten wir am naechsten Morgen wieder die Grenze zu British Columbia in Kanada.

Entlang der Bergkette der Kootenay Mountains fuhren wir weiter nach Norden (einen kurzen Abstecher in den Yoho, Glacier und Mount Revelstoke National Park eingeschlossen), um uns in Radium Hot Springs eine Pause zu goennen. Im leicht radioaktiven und bis zu 40 Grad warmen Wasser fanden wir etwas Entspannung von der vielen Fahrerei.

Wie es weiter ging erfahrt ihr im zweiten Teil…