Montag, 10. Oktober 2011

Rocky Mountains – Teil 1

Auf dem Weg von Saskatchewan in die Rocky Mountains legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp im Dinosaur Provincial Park, in der Provinz Alberta, ein. Hier formten Gletscher, Schmelzwasser und Regen eine bizarre Landschaft aus dem weichen Sandstein. Seinen Namen verdankt der Park aber den versteinerten Skeletten von Dinosaurieren, die hier gefunden wurden – eine der groessten Fundstaetten weltweit!

Fahrintensiv ging es fuer uns von hier aus weiter nach Sueden und Westen in die Rocky Mountains. Die kanadischen Rockies sind praktisch vollstaendig in Nationalparks aufgeteilt: Die drei groessten sind Waterton Lakes, Banff und Jasper, Kleinere sind Yoho, Glacier und Mount Revelstoke National Park. In der Hochsaison sind vor allem die ersten drei mit asiatischen und deutschen Touristen ueberlaufen. Aber auch in der Nebensaison, die gleich nach Labour Day am 5. September beginnt, ist man nirgendwo sicher vor den Busladungen.

Unser erstes Ziel war der Waterton Lakes National Park. Das beruehmte Prince Edward Hotel thront ueber der kleinen Stadt vor einer grandiosen Bergkulisse. Die Lage des Hotels bestimmt natuerlich auch den Preis: Eine Uebernachtung kostet 300 bis 2000 Dollar. Einzigartig in Waterton ist der Uebergang von Prairie zu den dramatisch ansteigenden Bergen der Rockies.

Waehrend der Fahrt auf einem der Parkways hatten wir besonderes Glueck und konnten Mutter Schwarzbaer mit ihren zwei Kleinen beobachten, wie sie die Strasse vor uns ueberquerten. Ein wirklich faszinierendes Erlebnis! Im Park gibt es auch Grizzlys, denen man aber besser nicht begegnen will. Wanderer sind angehalten staendig laut zu sein, in Gruppen zu gehen und Pfefferspray mit sich zu tragen. Wir hatten bei der einen oder anderen Wanderung ein ungutes Gefuehl, aber letztendlich war niemand an uns interessiert. Heisst aber auch, dass wir noch keinen Grizzly gesehen haben!

Wenn man einmal in Waterton ist, empfiehlt sich auch ein kurzer Abstecher nach Montana in die USA in den benachbarten Glacier National Park. Hier konnten wir auf einer Wanderung am Logan Pass neben grandioser Landschaft auch eine Gruppe Bergziegen beobachten. Nach einer Nacht im Ausland, passierten wir am naechsten Morgen wieder die Grenze zu British Columbia in Kanada.

Entlang der Bergkette der Kootenay Mountains fuhren wir weiter nach Norden (einen kurzen Abstecher in den Yoho, Glacier und Mount Revelstoke National Park eingeschlossen), um uns in Radium Hot Springs eine Pause zu goennen. Im leicht radioaktiven und bis zu 40 Grad warmen Wasser fanden wir etwas Entspannung von der vielen Fahrerei.

Wie es weiter ging erfahrt ihr im zweiten Teil…

Rocky Mountains – Teil 2

So, wer huebsch aufgepasst hat, weiss, dass jetzt nur noch unsere Geschichten aus Banff und Jasper fehlen! Also, los gehts:

Generell kann man in beiden Parks wandern, Kanufahren, fiese Souvenirs kaufen und in teuren Hotels uebernachten.  Wir hatten uns fuer Wandern entschieden. In Banff laedt die Bergwelt rund um den Lake Louise, dessen Wasser maximal plus 4 Grad warm wird, zu atem(be)raubenden Klettertouren ein. Und wir hatten die richtige Wahl getroffen, denn am Ende unserer Tour wartete ein Teehaus und ein Gletscher auf uns. Der servierte Tee wurde allerdings – dank Aussentemperaturen von 2 Grad – in der kalten kleinen Tasse sofort auf angenehme 25 Grad Trinktemperatur heruntergekuehlt.  Dafuer gab es aber warmen Apple Pie dazu.
Zurueck am Parkplatz fuehrte uns der Icefield Parkway – die Verbindungsstrasse zwischen Banff und Jasper – von einem Aussichtspunkt zum naechsten. Meistens musste man sich den ultimativen Blick aber erst verdienen und eine Anhoehe hinaufasten. Dann konnte man grandiose Bergseen, wie den Peyto Lake, bewundern– um danach den knieschonenden Weg zurueck zum Auto anzutreten ;-)

Im Jasper National Park wartete ein weiteres Highlight auf uns, das erwandert werden wollte: Der Angel Gletscher am Mount Edith Cavell – und der erste Schnee! Fuer uns ein Zeichen, dass unsere Reise- und Campingsaison nun auch langsam ein Ende findet. Deshalb goennten wir uns fuer die naechste Nacht auch einen Bungalow mit Kamin und schauten mit einem Glas Wein in der Hand dem Regen von unseren gemuetlichen Sesseln aus zu.
  Der letzte Stop in den Rockies fuehrte uns erneut zu mit heissem Quellwasser gefuellten Pools (Miette Hot Springs), in denen wir unserem Kreislauf ordentlich einheizten. Wassertrinken und immer mal dem kaelteren Pool einen Besuch abstatten ist Pflicht, sonst haut es einen echt aus den Socken.

Unsere letzte Nacht im Auto verbrachten wir dann auf einem verlassenen Campingplatz auf halbem Weg nach Edmonton, der Hauptstadt Albertas. Wie ihr unschwer erkennen koennt, ist dies der Blick in unser Wohn-, Ess- und Schalfzimmer bei geoeffneter Heckklappe.  
Nach Besichtigung von Edmonton und einem kurzen Stop im Elk Island National Park, wo wir Bisons und einen Kojoten sehen konnten, sind wir nun wieder zurueck in der Provinz Sasketchewan im hiesigen Redberry Lake Biosphaerenreservat. Hier werden wir nun einige Wochen bleiben… dazu aber spaeter mehr!