Hallo ihr Lieben,
bereits vier Wochen sind nun seit unserem Abstecher durch die Rocky Mountains vergangen. Wir sind wieder zurueck in Saskatchewan, genauer gesagt in Hafford - etwa eine Autostunde (manch Kanadier wuerde die Entfernung auch mit "drei Bier" angeben) nordwestlich von Saskatoon. In Hafford wohnen etwa 400 Menschen, so dass man mit unserem Eintreffen fast von einer Bevoelkerungsexplosion sprechen koennte. Neben einer Bar mit Hotel gibt es ein kleines Lebensmittelgeschaeft (der "oodstore", dessen F im Laufe der Jahre bis zur Unkenntlichkeit verblasst ist), drei Restaurants und ein Cafe.
Es ist alles sehr ueberschaulich und von der Main Street sind es nur wenige Gehminuten bis in die entlegensten Gassen. Alle Strassennamen sind vorbildlich zweisprachig: Englisch und ukrainisch. Ja, richtig gelesen: Jeder Zweite hier hat ukrainische Wurzeln und weiss diese auch zu pflegen.
Die Kueche ist reich an Kalorien: Fast jede Woche hat man Gelegenheit koestliche Perogies, Teigtaschen gefuellt mit einer Kartoffel-Kaese-Mischung, zu probieren und die koerpereigene Isolationsschicht fuer den herannahenden Winter zu verbessern.
Wir wohnen waehrend unseres Aufenthaltes bei Rachel, die ebenfalls erst vor wenigen Monaten nach Hafford gezogen ist, um im Redberry Lake Biosphaerenreservat zu arbeiten. Der Verwaltungssitz bzw. unser Buero liegt direkt am Redberry Lake, der salzhaltig ist und sogar zu mancher Jahreszeit Pelikane beherbergt!
Wir arbeiten hier 5 Tage in der Woche und bringen die Website auf den neuesten Stand (in ein paar Wochen wird es dann hoffentlich so weit sein), pflegen Kontakte in Facebook, erstellen Praesentationen und vieles mehr. Wir sind also ziemlich gut beschaeftigt und werden wohl auch noch ein paar Wochen hier verbringen. In unserer Freizeit besuchen wir Freunde, fahren ins 65 km entfernte North Battleford zum Grosseinkauf, gehen Wandern und Fotografieren.
Manches in Saskatchewan bleibt nach Gebrauch einfach schon mal liegen - die Natur kuemmert sich schon darum. Man begegnet alten Autos und verwitternden Scheunen an jeder Ecke. Doch selbst dies strahlt einen besonderen Charme aus.
Gestern gab es das erste Mal Schnee zu bewundern - am 5. November fuer uns Deutsche doch etwas ungewoehnlich. Hier gehoert es zur Normalitaet und jeder stellt sich bereits auf den kommenden Winter ein. Dieser kann verdammt kalt werden: Die historische Tiefsttemperatur liegt in dieser Region bei -46 Grad, von der gefuehlten Temperatur aufgrund des Windchills wollen wir erst gar nicht sprechen...). Noch geht man aber gerne vor die Tuer, um sich eine Schneeballschlacht zu liefern oder mit Rachels Hund "Carson" die besten Pinkelplaetze zu erkunden.
Und wenn wir nicht erfroren sind, dann lest ihr bald mehr von unserer Zeit im Redberry Lake Biosphaerenreservat!