Montag, 16. April 2012

365 Tage Kanada - das Ende der Reise

Nach ein paar sehr lehrreichen Stunden Langlauf am Mount Washington auf Vancouver Island (niemand sonst wollte mit uns den Kurs belegen, deshalb hatten wir einen privaten Skikurs), ging es mit der Faehre von Comox nach Powell River auf das Festland, was  sehr verheissungsvoll "Sunshine Coast" genannt wird. Dort hatten wir das Glueck fuer drei Tage bei Deborah und Martin zu wohnen, die wir in Tofino kennengelernt hatten. Ihr Zuhause war ein idealer Ausgangspunkt, um die Gegend zu erkunden. Powell River ist vor allem wegen der Papierindustrie bekannt aber aufgrund seiner Abgelegenheit (man muss schon zwei Faehren nehmen, um von Vancouver aus hierher zu gelangen), doch recht beschaulich.
Wir hatten Glueck und die Sonnenkueste machte ihrem Namen alle Ehre.
Etwas weiter noerdlich von Powell River endet im kleinen Fischerort "Lund" der Highway 101, der in etwa 15.000 km Entfernung in Chile beginnt (vielleicht schon die ersten Anregungen fuer den naechsten Urlaub?). Nach drei Tagen fuhren wir diesen Highway dann von Powell River weiter nach Sueden bis  Vancouver.


Nach der langen Zeit auf Vancouver Island und an der ruhigen Sunshine Coast empfing uns das doch etwas hektischere Vancouver. Hier uebernachteten wir fuer weitere drei Tage bei Bekannten und nutzten die Gelegenheit, um auf dem Cypress Mountain noch einmal Ski zu fahren und mit den Schneeschuhen durch die noch winterliche Landschaft zu stapfen.
Der Kontrast zwischen Pazifik, den Hochhaeusern Vancouver's und den Kuestenbergen macht die Stadt wirklich einzigartig und absolut sehenswert. Neben Skilaufen stand auch ein Besuch von Granville Island mit seinem wunderschoenen Markt sowie das Vancouver Aquarium auf unserem Programm. 

Nun stellte sich uns die Frage wie wir am besten wieder zurueck nach Saskatchewan zum Redberry Lake Biosphaerenreservat fahren wuerden. Wir entschieden uns fuer die Reise durch die USA um noch ein bisschen Abwechslung in unser Abenteuer zu bringen. Da freut man sich, dass man nun alle kanadischen Provinzen aufzaehlen kann und dann ueberschreitet man die Grenze zu den USA und das Lernen geht von vorne los (und die haben nicht nur 10 Bundesstaaten...). Ganz im Nordwesten befindet sich der Staat Washington, der mit der Olympia Halbinsel auch eine bezaubernde Kuestenlandschaft zu bieten hat. Aehnlich wie in Tofino donnern hier meterhohe Wellen an den Strand und formen Landschaft und Frisur der Besucher.

Die Westkueste ist auch Heimat vieler Vogelarten, wie dem Steller's Jay, der sich hier recht nah vor Thomas' Linse wagte.

Als wir nach einer recht kuehlen Nacht auf einem traumhaften Campingplatz unmittelbar am Pazifik aufwachten, war unser Auto dann nochmal mit Schnee bedeckt und wir staunten nicht schlecht. Von der Olympia Halbinsel ging es weiter nach Sueden (weil wir erstmal genug von Grossstaedten hatten, liessen wir Seattle einfach mal links liegen) in den naechsten Bundesstaat: Oregon.

Hier bummelten wir durch das doch beschaulichere Portland und den beruehmten Buchladen "Powell's City of Books". Dieser Laden nimmt einen ganzen Haeuserblock ein und bietet ueber 1 Mio. neue und gebrauchte Buecher. Ganz in der Naehe von Portland liegt auch der Mount St. Helens, der 1980 durch seinen Vulkanausbruch fuer Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Leider konnten wir uns ausserhalb der Saison keinen Eindruck von den Spuren des Ausbruchs verschaffen.
Etwas genervt vom Dauerregen (die Westkueste der USA zwischen Washington und dem Norden Kaliforniens ist zu dieser Jahreszeit aehnlich nass wie Kanada) mussten wir uns entscheiden: Weiter nach Sueden nach Nevada und Arizona oder langsam und sicher nach Osten durch Idaho und Montana Richtung Saskatchewan. 

Wir beschlossen uns die im Sommer sicherlich sehr sehenswerte Reise durch den Westen der USA fuer spaeter aufzusparen und so ging es von Portland aus am Flussbett des Columbia Rivers weiter nach Osten. Unser Weg fuehrte auch zum Hells Canyon. Diese Schlucht ist zwar tiefer als der Grand Canyon, jedoch weniger spektakulaer. Nach ein paar weiteren Stunden auf einsamen amerikanischen Highways gelangten wir dann nach Idaho, was laut deren Nummernschild fuer seine Kartoffeln bekannt ist. Leider gab es hier wenige touristische Highlights (anscheindend sind die Kartoffeln wirklich das Beste was sie zu bieten haben?), sodass wir schnell ins benachbarte Montana weiter fahren konnten. Hier waren wir dann bereits ganz in der Naehe des beruehmten Yellowstone Nationalparks, doch dieser war aufgrund der Jahreszeit kaum zugaenglich. Die vielen Grizzly-Baeren und Woelfe besuchen wir dann lieber einmal im Sommer.

Etwas ausgehungert von der vielen Fahrerei und dem wenig nahrhaften Fruehstueck billiger Motels, kam uns dann St. Patricks Day gerade recht: Gratis Pommes bei Burger King, garniert mit gruenem Ketchup. Eine Delikatesse!

Mit grossen Schritten naeherten wir uns dann der Grenze zwischen Montana und dem Sueden Saskatchewans. Hier konnten wir in der Naehe des Grasslands Nationalparks (den wir ja bereits im Herbst besucht hatten) eine groessere Herde von Pronghorn Antilopen bestaunen. Nach einer letzten Uebernachtung in Swift Current, schafften wir es am naechsten Tag zurueck nach Hafford in Saskatchewan. Hier endete nun unsere Reise zunaechst und wir werden erstmal wieder sesshaft...