Samstag, 24. September 2011

Land of Living Skies

Saskatchewan unterscheidet sich nicht wesentlich vom benachbarten Manitoba. Ueber 50 % des kanadischen Weizens wird in den beiden Provinzen geerntet. Auch beim Durchqueren von Saskatchewan kann es einem deshalb leicht vorkommen, als ob man durch ein einziges grosses Getreidefeld faehrt. Darueber erstreckt sich ein riesieger blauer Himmel, dessen weisse Wolken einen wundervollen Kontrast ergeben.

Leider gibt es in Saskatchewan nur wenige Gebiete die nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Im Grasslands-Nationalpark im Suedwesten kann man hingegen noch die urspruengliche Prairie-Landschaft bestaunen, wie sie sich den ersten Siedlern zeigte. Zahlreiche Voegel finden hier Nistplaetze und Heuschrecken veranstalten ein Konzert.

Der oestliche Teil des Parks ist dabei karger und von Taelern durchzogen. U.a. Koyoten und Antilopen fuehlen sich hier heimisch. Aber auch zahlreiche Schlangen wie die Bullsnake (eine Wuergeschlange), die Susi auf einer Wanderung fast zum Verhaengnis geworden waere ;-).

Im Westteil des Parks locken vor allem putzige Prairiehunde, die in fussbaldfeldgrossen Arealen ausgekluegelte Tunnelsysteme angelegt haben. Die sozialen Tiere verfuegen ueber ein ausgepraegtes Kommunikationssystem und sobald man sich ihnen naehert warnen sie ihre Artgenossen und verschwinden unter Tage.  

Bevor wir nun das Redberry Lake Biosphaerenreservat in Saskatchewan besuchen, nutzen wir noch das spaetsommerliche Wetter (das Thermometer klettert gerade auf bis zu 30 Grad!) und machen einen kleinen (2.500 km langen) Abstecher nach Alberta und in die Rocky-Mountains.

Fortsetzung folgt…

Freitag, 23. September 2011

Ganz schoen flach...

Es ist vollbracht! Ontario liegt nun hinter uns. Voller Neugierde ging es weiter auf dem Trans-Canada-Highway (TCH) nach Westen. Vom Hoerensagen wussten wir, dass der Uebergang von Rocks and Trees and Lakes zur flachen Prairie sehr schnell geschehen sollte. Und tatsaechlich dauerte es nur wenige Kilometer, bis die Strasse flacher und die Baeume weniger wurden.
Wir kamen gerade richtig, um den Bauern bei der Heuernte zuzusehen und die riesiegen Staubwolken ueber den Feldern zu beobachten.

Auf den kleineren Highways in Manitoba kann es durchaus passieren, dass man ploetzlich vor einem unbeschrankten Bahnuebergang steht und ein endlos langer Zug durch Pfeifgeraeusche auf sich aufmerksam macht. Motor abstellen lohnt sich…


Manitoba hat in Bezug auf Tourismus weniger zu bieten als andere kanadische Provinzen. Eine Dame an der Tourist-Information wies uns gar darauf hin, dass wir gut und gerne in 4-5 Stunden die Provinz von Ost nach West durchqueren koennten. Doch das wollten wir natuerlich nicht.


Uns zog es etwas noerdlich des TCH in den Riding Mountain National Park, wo uns eine grosse Herde Bisons versprochen wurde. Und tatsaechlich: Bei einer Art Safari konnten wir die nicht selten bis zu 1000 kg schweren Tiere aus naechster Naehe beobachten. Ein unvergessliches Erlebnis.

Tatsaechlich sollte Manitoba die Provinz sein, in
 der wir uns bislang am kuerzesten aufhielten. Bereits am zweiten Tag fuhren wir weiter nach Saskatchewan.

Sonntag, 18. September 2011

Rocks and Trees and a Lake

Dieser Blogeintrag wird geographisch betrachtet ein grosses Stueck Kanada umfassen. Man nehme also am Besten einen Atlas zur Hand... Richtung Westen schliesst sich an die Provinz New Brunswick die Provinz Quebec mit der Gaspé Halbinsel an. Immer entlang der Uferstrasse umrundeten wir die Gaspésie innerhalb von fuenf Tagen und hatten dank gutem Wetter immer einen herrlichen Blick auf die bizarre Kueste. In Percé - fuer uns das Ruedesheim der Gaspésie - lockt der knapp 500 Meter lange Monolith Rocher Percé die Touristen an.

Eine Wanderung durfte natuerlich auch nicht fehlen. Und so erklommen wir den 1.268 Meter hohen Berg Jaques Quartier. Die Broschuere des dortigen Nationalparks versprach, dass es auf dem Gipfel, der mehr ein Plateau als eine Bergspitze ist, Karibus zu sehen gibt.

Und tatsaechlich! In der Ferne grasten fuenf der Tiere und direkt vor uns war ein einzelnes, junges Karibu auf der Suche nach leckeren Moosen. Dafuer hatte sich der steile und stuermische Aufstieg gelohnt!

Nach der Gaspésie fuhren wir weiter durch Quebec nach Ontario. Diese Strecke kannten wir ja schon von unserem Weg nach Osten. Also, ab auf den Trans-Canada-Highway und fahren, fahren, fahren. Bis wir zurueck in Parry Sound - unserer ersten Station im April - waren. Dort besuchten wir unsere Freunde, die uns auch in Neufundland ihr kleines Ferienhaeuschen zur Verfuegung gestellt hatten und verbrachten einen netten Abend zusammen.

Am naechsten Morgen ging unsere Reise nun weiter in uns noch unbekannte Gefilde: Nach Norden zum Lake Superior (in deutschen Atlanten Oberer See genannt). Auf unserem Weg dorthin begegnete uns auch der fortgeschrittene Herbst und wir verbrachten die erste Nacht bei Minusgraden in unserem Auto. Der Vorteil ist, dass wir uns keine Sorgen mehr um moeglicherweise ueber Nacht warm werdende Lebensmittel machen muessen. Der Nachteil: Die Nutella haelt sich verbissen am Glas fest und will nicht streichzart werden!

Der schoenste Teil des Lake Superiors - er ist der groesste der fuenf Grossen Seen - befindet sich am Nordufer bis Thunder Bay. Grandiose Landschaften bestehend aus schroffen Felsen, dem tuerkisfarbenen klaren Wasser, vielen Baeumen und wenig Menschen haben fuer uns diesen See zu einem der schoensten Plaetze Kanadas gemacht. Unsere letzte Station gestern war der Ouimet Canyon, bevor wir heute den Lake Superior verlassen und weiter zur naechsten Provinz Manitoba fahren.

Dear Anne and Frank, thank you again for this very nice evening at your place. We really enjoyed talking to you and exchanging travelling experiences. We hope you will make it one day to Germany to have German Bratwurst, Sauerkraut and local beer togehter ;-)
After two nights below zero the last one was about 8 degrees celsius - we were swetting a bit in our sleeping bags!

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Dienstag, 6. September 2011

Don’t drive through!

Viele fahren auf dem Weg von Ost nach West oder umgekehrt einfach durch New Brunswick durch. Um das Image des Bundesstaates zu verbessern wurde ein Lied komponiert, welches zum Verweilen einladen soll (http://www.youtube.com/watch?v=E6zoXjHNCi0). Wir besuchten einen Teil von New Brunswick bevor wir nach P.E.I. fuhren und nun den letzten Teil. Unser Fazit: Es gibt etwas zu sehen – wenn auch nicht viel. 
 
Doch noch mal von vorne: Den Hurricane Irene, der zuletzt zu einem Tropensturm abgewertet wurde, erlebten wir sicher in einem Motel in der Naehe der Provinzhauptstadt Fredericton. Nach Wind und Regen kam zum Glueck schnell wieder die Sonne hervor und wir fuhren weiter nach St. John. Dort laesst sich bei den Reversing Falls ein besonderes Naturschauspiel beobachten. Die Flut der Bay of Fundy ist hier so stark, dass sie einen Fluss dazu zwingt seine Fliessrichtung zu aendern. Besonders beliebt sind die Stromschnellen bei sogenannten Whitewater-Kayakern, die sich mit winzigen Kayaks in die Fluten stuerzen.
Highlights in New Brunswick sind definitiv die Gezeiten. Bei Flut steigt hier das Wasser bis zu 16 m an – Weltrekord! Wanderungen auf dem Meeresgrund sollten also bestens geplant sein, denn das Wasser kommt schnell und man kann leicht in Gefahr geraten. Besonders gut kann man den Effekt der Gezeiten bei den Hopewell Rocks beobachten. Hier hat das Wasser bizarre Formen aus dem weichen Sandstein geschliffen. Taeglich stroemen hunderte von Touristen an diesen Ort. Wir besuchten die Felsen frueh morgens und genossen den Sonnenaufgang am Strand ganz fuer uns alleine. Ein unvergessliches Erlebnis.
Wir sind jetzt bereits auf dem Weg nach Quebec und verlassen damit die maritimen Staaten. Auf unserem Weg hat unsere kleine Kanadaflagge an der Autoantenne leider auch ein paar Federn lassen muessen: Der Atlantik ist weg (die beiden roten Streifen in der Flagge symbolisieren Pazifik und Atlantik)!

Montag, 5. September 2011

Kanada's Gruene Provinz

Hallo nach Deutschland, heute - am kanadischen Tag der Arbeit (Labour Day) - haben wir uns wieder in einem Mac Donalds eingenistet, um euch mit neuem Stoff zu versorgen. Die letzten fuenf Tage haben wir die kleinste Provinz Kanadas erkundet: Prince Edward Island (P.E.I.).

Ueber die 14 km lange Confederation Bridge (fuer Geschichtsinteressierte: In Charlottetown, der Hauptstadt von P.E.I., wurden 1864 die Bedingungen fuer den spaeteren kanadischen Bundesstaat geschaffen) sind wir von New Brunswick aus auf die Insel gekommen und direkt an die nordwestliche Spitze weiter gefahren.
Dort gab es rote Sandsteinklippen zu sehen - besonders schoen natuerlich, wenn die Sonne sie anstrahlt. Rote Straende laden ebenfalls ein, die Fuesse in den 17 Grad kalten St. Lawrence Strom zu halten und die Septembersonne zu geniessen. 

Weiter ging unsere Reise dann zur Kulisse der Romanfigur "Anne of Green Gables", die vor allem asiatische Touristen besonders angezogen hat. (Frage: Wer von euch kennt die deutsche Uebersetzung der Geschichte von "Anne auf Green Gables"? Wir kannten sie nicht...).

Weiter oestlich dann wechselte die Landschaft von roten Sandsteinklippen zu weissen Duenen mit feinstem Sand, der natuerlich zum Meer hin als Sandstrand bezeichnet wird ;-)
Heute werden wir wieder ueber die Confederation Bridge zurueck nach New Brunswick fahren und uns entlang der Kueste Richtung Gaspe Halbinsel - und damit Quebec - vorarbeiten. Da gibt es auch noch eine Menge zu sehen, haben wir gelesen! Wir werden euch auf dem Laufenden halten.



P.S.: Maedels, die Susi war auch fuer 19 Dollar (16 Euro) beim Friseur und hat jetzt einen Pony. Anfangs etwas gewoehnungsbeduerftig, werden wir nun langsam Freunde.